Buchhaltung - eine geschichtliche Notwendigkeit

Wozu wird Buchhaltung gebraucht? Hatte der Neandertaler eine Buchführung?

Gedanken im Januar 2019 vom Counselor Ralph J. Schnaars, Steuerberater

 
Buchhaltung Deck11
 
In der Geschichte findet man den Grund für die Entstehung der Buchhaltung, so wie wir diese heute kennen.
 
Auch in der Geschichte finden wir, warum es die Buchhaltung gibt und wofür die Buchhaltung zuständig und nutzbar ist.
 
Stellen wir uns den Neandertaler vor, der seinem Nachbarn von dem erlegten Mammut einen Fuß und auch einen Stoßzahn abgegeben hat.
 
Hätte dieser Neandertaler diese Leihe nicht notiert, siehe verschiedene Wandzeichnungen in den Höhlen, wo Neandertaler gelebt haben, hätte er sich möglicherweise Tage, Monate oder Jahre später nicht mehr an diese Forderung erinnert. Auch wäre es für seine Erben schwierig gewesen, dem Nachbarn zu beweisen, dass er noch einen Stoßzahn und einen Fuß schuldig ist.
 
So fing es mit Buchhaltung und Forderungsmanagement, wie wir das heute nennen, an.
 
Im Mittelalter wurde es dann umfangreicher.
Die Königs- und Kaiserhäuser liehen sich von Privatleuten und von Geldhäusern das entsprechende Geld, um z.B. Kriege zu führen oder das Schloss Neuschwanstein zu erbauen. Ohne diese Leihe hätten die Wirtschaft, der Bau von Prunkbauten und das Führen von Kriegen  damals nicht funktioniert.
 
Die Geldhäuser wiederum und auch die Privatleute, z.B. die Familie Fugger, haben wegen dieser Darlehen ihre Buchhaltung etwas genauer gemacht. Und zwar haben sie notiert, an welchem Tag (Datum) und welchen Betrag sie wem geliehen haben. Es wurde ebenfalls notiert, zu welchem Zins das Geld verliehen wurde, so dass später auch korrekt abgerechnet werden konnte.
 
Eine weitere Verbesserung im Bereich der Buchhaltung finden wir bei der allgemein bekannten Hanse, deren Mitarbeiter in Journalbüchern sämtliche Handelsgeschäfte und Transaktionen festhalten durften, so das immer nachweisbar war, wo das Zahlungsmittel Gold oder die eingekauften Waren sich derzeit befanden.
 
Ob es um Getreide oder Felle oder Lebensmittel oder Gewürze ging, war unerheblich. Es waren einfach die Waren, die die Handelshäuser einkauften und weiterverkauften, die in der Buchhaltung verfolgt und am Ende abgerechnet wurden.
 
Solange die Kaufleute und Geldhäuser nur für ihre eigenen Zwecke die Notizen gemacht haben, an wen sie noch Forderungen hatten oder wem sie noch etwas schuldig waren, war es einfach und auch nur je Geschäft üblich Gewinne oder Verluste auszurechnen.
 
In neuerer Zeit hat sich nun die Politik des Instruments der Buchhaltung bedient, um die Buchhaltung als Basis für die Besteuerung vom Einkommen und später auch vom Umsatz zu benutzen, sodass die Buchhaltung heute im Wesentlichen die Aufgabe hat, Besteuerungsgrundlagen festzustellen.
 
Allerdings ist nicht zu unterschätzen, dass die Buchführung weiterhin, wie aus alten Zeiten bekannt, Kundenbeziehungen, genauso wie Forderungen und Verbindlichkeiten detailliert und einzeln festhalten kann, die Geschäftsbeziehungen fördern kann und den Entscheidungen des Unternehmers helfen kann, ob z.B. eine Ware verkaufbar ist oder nicht.
 
Sofern der Unternehmer also seine eigene Buchhaltung derart für Zwecke des Unternehmens und  zur Entscheidungsfindung benutzt, ist die Organisation der Finanzbuchhaltung in sämtlichen Unternehmensteilen durchgängig und es kommen auch aussagekräftige Ergebnisse zustande.
 
Dass die Buchhaltung heute ein Teil des Besteuerungsverfahrens ist, soll kein abschreckendes Merkmal sein, sondern dieses ist nun einmal gesetzlich vorgesehen.
 
Man kann allerdings danach handeln und muss keine zweite Buchhaltung, wie es jahrelang in gewissen Branchen üblich war, führen, sondern kann in der laufenden Buchhaltung, die ohnehin durch die fortschreitende Digitalisierung ziemlich öffentlich geworden ist, alles unterbringen und im Wege der Gestaltung trotzdem Steuern sparen und Rendite und Gewinne vermehren.
 
Selbstverständlich hätte sich der Neandertaler seine Forderung an den Nachbarn auch einfach merken können.
 
Allerdings ist es für die heutige Zeit, in der mehrere hundert oder mehrere tausend Geschäftsvorfälle in einem Unternehmen vorkommen, undenkbar, sich sämtliche Amazon-Einkäufe oder bei einer Kraftfahrzeugwerkstatt, sämtliche Reparaturen und deren Forderungen zu merken.
 
Hier ist es schon sinnvoll, eine vernünftig eingerichtete Buchhaltung zu haben, die, wenn auch die Digitalisierung fortschreitet, nicht ohne menschliche Arbeit auskommt, die allerdings auch vernünftig aussagekräftige Zahlen und Hinweise für den Unternehmer bereithält, so dass er die Unternehmenspolitik und seine nächsten Entscheidungen und Schritte basierend auf verlässlichen Zahlen treffen kann.
 
Inwieweit die Buchhaltung auch noch zum Geldverdienen des Unternehmens beitragen kann, ist im Einzelfall unterschiedlich, aber alleine die Ersparnis von finanzamtlichen Säumniszuschlägen oder Verspätungszuschlägen oder das Erreichen von Mahngebühren, für eine an den Kunden zu stellende Mahnung, führt oft, neben dem gezielten in Anspruch nehmen eines Skontoabzugs, zu einer kleinen Gegenfinanzierung für die Kosten der Finanzbuchhaltung.
 
Ob das Unternehmen zusätzlich zu der normalen Finanzbuchhaltung, die aus Sachkonten sowie Personenkonten besteht, auch noch eine umfangreiche Anlagebuchhaltung oder eine Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung installieren muss, ist hier ebenfalls vom Einzelfall und von der Branche des Unternehmens und von den gewünschten Auswertungen abhängig.
 
Ein Großkonzern mit mehreren Produktlinien, genau wie ein Großkonzern mit mehreren Tochtergesellschaften, dürfte hier auch anders denken, als der Einzelunternehmer der ohne Mitarbeiter z.B. in der EDV Beratung oder im Vertrieb, mit HGB 84 Vertrag, tätig ist.
 
Wie weit eine Buchhaltung überhaupt Aussagen treffen kann, ist bei der Einrichtung zu klären und eigentlich auch nur jeweils zum Ende eines Wirtschaftsjahres zu ändern oder zu erweitern.
 
Als Beispiel dient:
Ein Modehändler vermittelt Kollektionen, indem er den Herstellern Aufträge beschafft und dafür verprovisioniert wird. Dieses ist ein anderes Thema, als wenn der gleiche Modehändler einzelne Artikel einkauft und einzelne Artikel auch wieder weiterveräußert. Bei den Artikeln wäre es sinnvoll, zu wissen, ob der einzelne Artikel Gewinn zum Unternehmenserfolg beiträgt oder ob dieser Artikel aus dem Sortiment herauszunehmen ist.
Eine Artikelstatistik ist nicht unbedingt direkt an die Finanzbuchhaltung gekoppelt, allerdings wären die Daten aus einer Auftrags- und Warenwirtschaftssoftware importierbar in die Finanzbuchhaltung, die darauf aufbauend, vernünftige Auswertungen auch zu den Warenbewegungen geben könnte.
 
Dieses alles verknüpft mit einer Kostenstellen- oder Kostenträgerrechnung führt zu sehr aussagekräftigen Auswertungen, die für jedes Produkt und für jede Produktlinie Entwicklungen und Auswirkungen dem Unternehmer mitteilen können, sodass Zukunftsentscheidungen nicht nur nach dem Bauchgefühl getroffen werden müssen, sondern basierend auf einer klaren Unternehmensorganisation.
 
Solange diese Auswertungen, wie vorstehend erläutert, durch das Unternehmen hergestellt werden, kann man diese auch den finanzierenden Kreditinstituten vorlegen und damit eine Verbesserung im Unternehmensrating erfahren.
 
 
Beachten Sie  bitte den Rechtsstand dieses Textes:  Januar 2019.
 
Bevor Sie also Handlungen oder Gestaltungen mit steuerlichen Auswirkungen vornehmen, muss zur Sicherheit erst geklärt werden, ob sich die Rahmenbedingungen durch Gesetzgebung oder Rechtsprechung geändert haben.
 
Zudem geben wir zu bedenken, dass wir in dem vorstehenden Text nur einige unserer Gedanken niedergeschrieben haben, die weder umfassend noch abschließend die Thematik für jeden speziellen Einzelfall besprechen. Ob weitere Vorschriften zu berücksichtigen sind oder es zu Ihrem eigenen Sachverhalt zusätzliche Möglichkeiten gibt, darf nicht pauschal beantwortet werden, sondern sollte unter Berücksichtigung Ihrer Lebenssituation und Ihres Umfeldes genau beleuchtet werden.
 
Sofern Sie hierzu Fragen haben, sprechen Sie uns gerne an oder klären Sie die Fragen in einem unserer nächsten Beratungstermine.
 
Unsere Telefonnummer zur Terminvereinbarung finden Sie in unseren Kontaktdaten zusammen mit einer Beschreibung der Anfahrt.
 

Einkommensteuer

Gedanken zur Einkommensteuer

Überlegungen vom Counselor, Steuerberater

Zur Einkommensteuer finden Sie hier ein paar Gedanken.

Und die Einkommensteuer beleuchten wir auch noch getrennt für "Arbeitnehmer" und auch für "Unternehmer".
 
Und ergänzend haben wir mal die Einkommensteuer-Aufteilung betrachtet auf der Seite: "Einkommensteuer Aufteilung".

Die Gemeindesteuer

Gedanken zur Gewerbesteuer

Wenige Zeilen der COUNSELOR

Ein paar Überlegungen zu der Gewerbesteuer haben wir auf der Seite "Gewerbesteuer" festgehalten.
 
Sofern Sie hierzu Fragen haben, sprechen Sie uns gerne an oder klären Sie die Fragen in einem unserer nächsten Beratungstermine.
 
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Umsatzsteuer

Mehrwertsteuer + Vorsteuer

Gedanken der COUNSELOR

Ein paar Überlegungen und Hinweise zu der Verbrauchssteuer finden Sie auf der Seite "Umsatzsteuer"
 
In diesem Zusammenhang sind auch die Überlegungen
 
"Wie teuer ist der fehlende Vorsteuerabzug?"
 
und
 
Wieviel Mehrwertsteuer soll ich berechnen - 7 oder 19 Prozent
 
interessant. Zusätzlich können wir nur empfehlen, sich die "Rechnungsvorschriften" anzusehen.

Geschäftsführer

Geschäftsführer haben Verantwortung

Erste Hinweise von COUNSELOR

 
Der bestellte Geschäftsführer einer Gesellschaft trägt Verantwortung und hat viele Pflichten.
 
Ein paar Gedanken zu der Position eines Geschäftsführers finden Sie im Artikel "Geschäftsführerbestellung - Vorsicht".
 
Vielleicht ist in diesem Zusammenhang ja auch ein Blick auf Abgabefristen und Zahlungstermine interessant, in unserem "Steuer-Terminkalender".
 
Sofern Sie hierzu Fragen haben, sprechen Sie uns gerne an oder klären Sie die Fragen in einem unserer nächsten Beratungstermine.
 
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