Hoch hinaus - aber mit fester Basis

Ein Unternehmen sicher aufbauen, um hoch hinaus zu kommen

Gedanken am 30.04.2019 vom Counselor Ralph J. Schnaars, Steuerberater

 
 
 
Um am Ende nicht in luftiger Höhe ohne festen Boden zu hängen,
Mann auf Baum Luftige Höhe
 
sollte man die Gründung einer Unternehmung in Ruhe überlegen und planen.
 
 
Als Erstes wird also definiert, in welcher Branche das Unternehmen entstehen soll,
denn es gibt eklatante Unterschiede, ob
 
ein Currywurst-Imbiß
eine Hautarztpraxis
ein Hausverwaltungsbüro
eine Containerlinie
ein Paketdienst
ein Fernsehsender
eine Reederei
eine Bäckerei
eine Textilwarenfabrik
 
oder
eine Hundeschule
 
entstehen soll.
 
Nachdem dann die Branche festgelegt ist, wird das Angebot des zu gründenden Unternehmens zusammengestellt. Es wird in der Regel ein Hauptprodukt und mehrere Nebenprodukte geben, die das Unternehmen verkaufen soll.
 
Dann wird man weitere Überlegungen anstellen, z.B. zu Produktionsstandort, Mitarbeiterzahl, Verkaufskanälen (online / stationär) und zu den Anfangsinvestitionen.
Umgangssprachlich wird also ein Businessplan erstellt.
 
Diese Vorplanung sollte schon so detailliert erfolgen, dass man - wie in einem "richtigen" Businessplan für eine Bank - schon am Anfang sehen kann, ob das geplante Geschäftsmodell Gewinn verspricht und wo die Risiken sind.
 
Sobald man das Angebot der zu gründenden Unternehmung kennt und auch überprüft hat, ob es Käufer für das Produkt gibt und auch - in einer Art Konkurrenzbetrachtung - geklärt hat, ob und wie groß die Konkurrenz am Markt ist, kann man in etwa die notwendigen Finanzmittel für die Anfangsinvestition und Anfangsausstattung ermitteln.
Hieraus ergibt sich dann der anfängliche Finanzbedarf.
 
Desweiteren kann z.B. durch eine Marktanalyse oder Umfrage herausgefunden werden, wieviel Stück des Angebots verkauft werden können.
 
Beispielsweise können die Fragen lauten:
 
- Wie viele Patienten kommen in der Woche in die Praxis?
- Wie viele Heizungsreparaturen fallen in einem Umkreis von etwa 50 Kilometern je Monat an und wie viele Konkurrenten gibt es hier?
- Wie viele Passanten gibt es hier zu den verschiedenen Uhrzeiten, um einen Bäckereistandort zu finden?
- Wie oft findet man das Produkt schon im Online-Handel und auf Online-Plattformen?
- Wie viele Kinder gibt es in Umkreis von etwa 10 Kilometern für den "neuen" Kindergarten?
 
 
Die wichtigsten Fragen sind einfach:
 
läßt sich das Produkt verkaufen?
 
und
 
wie oft läßt sich das Produkt verkaufen?
 
und
 
für welchen Preis läßt sich das Produkt verkaufen?
 
 
HIeraus ermittelt sich der mögliche Umsatz, den das Unternehmen erzielen kann und somit die Ausgangsgrösse für alle weiteren Überlegungen und Berechnungen.
Wenn diese Überlegungen und Recherchen ergeben haben, dass es genug Interessenten für das Produkt (zu dem geplanten Verkaufspreis) gibt, dann kalkuliert man die Kosten der Warenbeschaffung oder für die Herstellung der Dienstleistung.
 
Ein Hautarzt würde jetzt die monatlichen Kosten für die Mitarbeiter, die Einkäufe von Spritzen und Materialien und natürlich der maschinellen Grundausstattung der Praxis kalkulieren.
 
Ein Modeeinzelhändler würde jetzt den Einkaufspreis und die Transportkosten des einzelnen Produkts seiner Kollektion kalkulieren. Und dieses gegebenenfalls mit Kosten für Näherin oder Beflockung ergänzen.
 
 
Nachdem nun die Einkaufs- und Beschaffungskosten bekannt sind, werden diese in das Verhältnis zu den Verkäufen gesetzt und man erhält den sogenannten Rohgewinn.
 
Aus dem Rohgewinn muss das Unternehmen die Fixkosten und auch den Unternehmerlohn bestreiten können.
 
Unter Fixkosten eines Betriebes versteht man üblicherweise, laufende Ausgaben und Aufwendungen, die monatlich anfallen, egal, ob Umsätze oder Verkäufe getätigt werden.
 
Die wesentlichen Positionen sind hier
 
Büro-, Werkstatt-, Lager- oder Praxismiete
Telefonkosten
Versicherungen
Energiekosten (Gas, Strom, Wasser)
Leasingausgaben für Maschinen oder Fahrzeuge
Finanzierungskosten für die Einrichtung oder Erstausstattung des Unternehmens
Abschreibungsaufwand (oder Rücklage für Wiederbeschaffung) der Anlagegegenstände
Buchhaltungs- und Steuerberaterkosten
 
und je nach Branche auch Mitarbeiterkosten, sofern deren Arbeit nicht direkt mit dem Kundenauftrag zusammenhängt (Beispiel: die Buchhalterin im Tischlereibetrieb fällt unter die Fixkosten, der Tischlergeselle, der beim Kunden Fenster und Türen einbaut, gehört eher zu den Warenbeschaffungskosten)
 
und sonstiges ( zum Beispiel: Verbandsbeiträge, Werbe- oder Zeitschriften-Abonnements oder Wartungsverträge)
 
und schlussendlich auch die betrieblichen Steuern zur Gewerbe- und gegebenenfalls Grundsteuer
 
 
Sofern der voraussichtliche, und nachher auch der reale, Rohgewinn des Unternehmens hoch genug ist, um die Fixkosten zu bezahlen, ist der dann verbleibende Betrag der Unternehmensgewinn oder auch Unternehmerlohn.
 
Ist dieser Unternehmerlohn hoch genug, um private Ausgaben wie private Miete, private Steuern  und Lebenshaltung bestreiten zu können, spricht nichts mehr gegen eine erfolgreiche Selbständigkeit.
 
 
Eine weitere Gewinnsteigerung lässt sich dann auch später noch erreichen, z.B. durch die Erweiterung des Sortiments oder den Ausbau des Angebots, da die Fixkosten dann meistens trotzdem gleich bleiben.
 
Im Zusammenhang mit diesen Überlegungen, sollte auch darüber nachgedacht werden, wie sich die Arbeitszeit des Unternehmers gestaltet und ob die Möglichkeit für Erholungsurlaub gegeben ist. Sollte hier ohne Ruhepausen oder Urlaub kalkuliert worden sein, ist diese Kalkulation nicht korrekt und es fehlt mindestens in den Fixkosten die angestellte Assistentin oder der mitarbeitende Assistent.
 
 
Wenn Sie Ihre ersten Überlegungen gemacht haben, können wir gern das Konzept besprechen und Schwachstellen oder Optimierungspunkte finden.
 
Beachten Sie  bitte den Rechtsstand dieses Textes:  30.04.2019.
 
Bevor Sie also Handlungen oder Gestaltungen mit steuerlichen Auswirkungen vornehmen, muss zur Sicherheit erst geklärt werden, ob sich die Rahmenbedingungen durch Gesetzgebung oder Rechtsprechung geändert haben.
 
Zudem geben wir zu bedenken, dass wir in dem vorstehenden Text nur einige unserer Gedanken niedergeschrieben haben, die weder umfassend noch abschließend die Thematik für jeden speziellen Einzelfall besprechen. Ob weitere Vorschriften zu berücksichtigen sind oder es zu Ihrem eigenen Sachverhalt zusätzliche Möglichkeiten gibt, darf nicht pauschal beantwortet werden, sondern sollte unter Berücksichtigung Ihrer Lebenssituation und Ihres Umfeldes genau beleuchtet werden.
 
Sofern Sie hierzu Fragen haben, sprechen Sie uns gerne an oder klären Sie die Fragen in einem unserer nächsten Beratungstermine.
 
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Eine sortierte Buchhaltung spart Geld und es spart Zeitverlust beim (Heraus-)suchen von Belegen.
 
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Verschiedene Gedanken hierzu finden Sie unter "Unterlagen sortieren - Buchhaltung sortieren".
 
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