Leasing oder Finanzierung

Wie soll ich eine Anschaffung finanzieren?

Gedanken am 10.07.2019 vom Counselor Ralph J. Schnaars, Steuerberater

 
Leasing oder Finanzierung
 
Sie planen eine Investition oder Anschaffung.
 
Sie überlegen sich, entweder für den privaten Bereich oder für den betrieblichen Bereich Dinge oder Immobilien anzuschaffen.
 
Dann gilt es, grundsätzliche Überlegungen zu treffen und entsprechend zu handeln.
 
Sofern Sie für den privaten Bereich Anschaffungen tätigen wollen, gibt es gleich die Frage, ob es sich um steuerlich interessante Anschaffungen handelt oder es sich um steuerlich relevante Anschaffungen handelt oder ob es sich um rein private Erwerbungen dreht.
 
Steuerlich relevante Anschaffungen sind zum Beispiel vermietete Immobilien, worunter vielleicht auch das Einfamilienhaus fallen könnte, wenn zum Beispiel Absetzungen für ein mögliches Arbeitszimmer geplant sind.
 
 
Aber es gibt auch betriebliche Anschaffungen z.B. Werkzeugmaschinen, Kraftfahrzeuge, Büroarbeitsplätze, EDV oder anderes, was sich steuerlich auswirkt.
 
Zu Beginn sollte man sich über das Investitionsvolumen Gedanken machen und auch über das einzusetzende Eigenkapital. Genauere Gedanken sind notwendig, zum einzusetzenden bzw. zu beschaffenden Fremdkapital.
 
Fremdkapital kann beschafft werden:
 
- in Form von Bankdarlehen,
- in Form eines Fundingangebots,
- in Form einer auf dem freien Markt angebotenen Kapitalanlage,
- in Form eines Börsenganges oder
- durch die Aufnahme von Gesellschaftern
und vielem mehr.
 
Damit das Anschaffungsvorhaben nicht verlustreich endet, empfiehlt es sich, zu Beginn eine Rentabilitätsvorschau vorzunehmen.
 
Hierdurch ergibt sich auch gleich die Nutzungsdauer der zu tätigenden Anschaffung, die gewöhnlich auch maßgeblich ist, für den steuerlichen Abschreibungszeitraum oder auch für die aufzunehmende (Bank-)finanzierung im betrieblichen Bereich.
 
Überwiegend im betrieblichen Bereich ergeben sich auch noch die Fragen, ob eine Finanzierung oder ein Leasing einer Anschaffung günstiger ist. Hier müsste überlegt werden, wie sich das jeweilige Finanzierungsinstrument auf die Bilanzoptik auswirkt oder auf die Optik in der Schufa und somit auf die Bonität des Unternehmens.
 
Leasing kommt sehr häufig mit Sonderkonditionen daher, die in einer getrennten Betrachtung berechnet und überlegt werden müssen, da es hier Anzahlungen oder Vorauszahlungen und möglicherweise am Ende des Leasing-Zeitraums auch Abschlusszahlungen und Abfindungszahlungen geben wird.
 
Bei Kraftfahrzeugen kommt eine Kilometerbegrenzung in der Regel dazu, die zu höheren Abschlusszahlungen am Ende des Leasing-Zeitraums führen soll oder kann.
 
Bei der Bankfinanzierung hingegen, gilt es zu bedenken, dass mögliche Kreditspielräume für das Unternehmen eingeschränkt werden, da die Bankfinanzierung üblicherweise bei der Schufa eingetragen wird und andere Banken darauf Einsicht nehmen können und so die Finanzierungsspielräume für zukünftige Überlegungen und Vorhaben gemindert werden. Ebenfalls sichtbar ist die Bankfinanzierung in der Bilanz des Unternehmens unter der Passivseite, so dass hier das Fremdkapital erhöht wird und dadurch die Bonität durch einen erhöhten Fremdkapitaleinsatz gemindert wird.
 
Leasing hingegen, dürfte in der Regel teurer sein, als eine Finanzierung, da die Leasinggesellschaft Bearbeitungsgebühren berechnet und ebenfalls eigenen Gewinn machen möchte, den das Unternehmen, sofern es die Anschaffung aus eigenen Mitteln finanzieren kann, nicht extra zu bezahlen hat.
 
Für Klein- und mittelgroße Unternehmen empfiehlt sich dennoch eine gemischte Finanzierungsform zu wählen, das heißt einen großen Teil eigenes Kapital einzusetzen und zum anderen Fremdkapital zur Finanzierung der Anschaffung zu benutzen. Hierdurch verbessert sich die Bilanzoptik und damit auch die Bonität und man kann innerhalb der Bilanz die Langfristigkeit der Eigenmittel besser erkennen, da die Anschaffung im Bereich des Anlagevermögens in die Bilanz einfließen würde.
 
Ebenfalls könnte man die Finanzierung über private Mittel bzw. private Geldgeber vornehmen, das heißt der Ausweis der Finanzierung erfolgt in der Bilanz nicht im Bereich Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, sondern im Bereich sonstige Verbindlichkeiten, eventuell - in besonderen Formen - im Bereich Verbindlichkeiten gegenüber stillen Gesellschaftern oder sogar im Bereich Eigenkapital, sofern es sich um Gesellschaftereinlagen handelt.
 
Unbedingt zu beachten ist allerdings, dass die Laufzeit der Finanzierung nicht wesentlich länger sein sollte, als die übliche Nutzungsdauer des angeschafften Gegenstands. Am Ende der Nutzungsdauer des Gegenstands erfolgt in der Regel eine Ersatzbeschaffung, die wiederum finanziert werden will. Und die Finanzierung der Ersatzbeschaffung, des zu ersetzenden Anlagegegenstandes, würde sehr schwierig werden, sofern man noch für den "alten", jetzt nicht mehr aktiven, Gegenstand Darlehensmittel zurückzahlen muss.
 
Die anfangs gegebenen Darlehensmittel wären dann zwar zum Erwerb der "Maschine" investiert worden, aber die Rückführung der Darlehensmittel hätte nicht der Produktivität der Maschine entsprochen. Somit wäre in der Rentabilitätsvorschau für die Rentabilität der Maschine eine fehlerhafte Berechnung vorgenommen worden. Zum Beispiel ist man von höheren Stückzahlen, von höherem Produktionswert und somit von höherem Erfolg und höherem Gewinn durch die anzuschaffende Maschine ausgegangen. Da dieses nicht der Fall gewesen ist, konnte die Tilgung der Finanzierung nicht entsprechend der Laufzeit der Maschine vorgenommen werden, sondern man hat sich einen finanziellen Puffer geschaffen, der nicht durch diese Anschaffung erwirtschaftet wurde und hat am Ende keine Möglichkeiten mehr, eine Ersatzbeschaffung einer neuen Maschine zu tätigen.
Finazierungsüberlegung-einzelne-Schritte
 
In der Finanzierungsüberlegung sollten folgende einzelne Schritte gegangen werden, um zum besten Ergebnis zu kommen:
  1. Klärung der Frage: "Wieviel kostet die geplante Anschaffung inkl. Einbau und Ingangsetzung?"  - Gegebenenfalls die Einholung von verschiedenen Angeboten und Nachverhandlung von Rabatten oder Preisverbesserungen.
  2. Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es? - Eigenmittel, Gesellschafterdarlehen, Funding oder ähnliches, Bankdarlehen oder Leasing
    und
    welche Sicherheiten sind für die jeweilige Finanzierung notwendig?
    und
    welche steuerlichen Auswirkungen hat die jeweilige Finanzierungsform? (mögliche Abschreibungen oder Nutzung des Investitionskostenabzugsbetrages?)
  3. Wie teuer ist die einzelne Finanzierungsform? - siehe hierzu auch die Gedanken auf der Seite Kosten einer Finanzierung
    und
    Klärung der Frage, wie teuer die Stellung der Sicherheiten ist. Es fallen entweder direkte Kosten an oder es entsteht ein fiktiver Verlust, durch die dann nicht mehr gegebene Möglichkeit, das Geld anderweitig anzulegen
    und
    Berechnung der zutreffenden Steuermehrbelastung oder der möglichen Steuerminderung unter Berücksichtigung des Zeitpunkts der liquiditätsmäßigen Auswirkung für den Liquiditätsplan
  4. Wie lange läuft die einzelne Finanzierung und ergeben sich hierdurch Einschränkungen?
  5. Überlegungen anstellen, ob die beste Finanzierung auch mit der Liquiditätsvorausschau für die nächsten Jahre harmoniert.
  6. Wenn alle Kriterien positiv sind, kann diese Finanzierungsform gewählt werden.
 
Die vorstehenden Überlegungen stammen vom 10.07.2019.
 
Bevor Sie also Handlungen oder Gestaltungen mit steuerlichen Auswirkungen vornehmen, muss zur Sicherheit erst geklärt werden, ob sich die Rahmenbedingungen durch Gesetzgebung oder Rechtsprechung geändert haben.
 
Zudem geben wir zu bedenken, dass wir in dem vorstehenden Text nur einige unserer Gedanken niedergeschrieben haben, die weder umfassend noch abschließend die Thematik für jeden speziellen Einzelfall besprechen. Ob weitere Vorschriften zu berücksichtigen sind oder es zu Ihrem eigenen Sachverhalt zusätzliche Möglichkeiten gibt, darf nicht pauschal beantwortet werden, sondern sollte unter Berücksichtigung Ihrer Lebenssituation und Ihres Umfeldes genau beleuchtet werden.
 
Sofern Sie hierzu Fragen haben, sprechen Sie uns gerne an oder klären Sie die Fragen in einem unserer nächsten Beratungstermine.
 
Unsere Telefonnummer zur Terminvereinbarung finden Sie in unseren Kontaktdaten zusammen mit einer Beschreibung der Anfahrt.

Einkommensteuer

Gedanken zur Einkommensteuer

Überlegungen vom Counselor, Steuerberater

Zur Einkommensteuer finden Sie hier ein paar Gedanken.

Und die Einkommensteuer beleuchten wir auch noch getrennt für "Arbeitnehmer" und auch für "Unternehmer".
 
Und ergänzend haben wir mal die Einkommensteuer-Aufteilung betrachtet auf der Seite: "Einkommensteuer Aufteilung".

Die Gemeindesteuer

Gedanken zur Gewerbesteuer

Wenige Zeilen der COUNSELOR

Ein paar Überlegungen zu der Gewerbesteuer haben wir auf der Seite "Gewerbesteuer" festgehalten.
 
Sofern Sie hierzu Fragen haben, sprechen Sie uns gerne an oder klären Sie die Fragen in einem unserer nächsten Beratungstermine.
 
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Umsatzsteuer

Mehrwertsteuer + Vorsteuer

Gedanken der COUNSELOR

Ein paar Überlegungen und Hinweise zu der Verbrauchssteuer finden Sie auf der Seite "Umsatzsteuer"
 
In diesem Zusammenhang sind auch die Überlegungen
 
"Wie teuer ist der fehlende Vorsteuerabzug?"
 
und
 
Wieviel Mehrwertsteuer soll ich berechnen - 7 oder 19 Prozent
 
interessant. Zusätzlich können wir nur empfehlen, sich die "Rechnungsvorschriften" anzusehen.

Geschäftsführer

Geschäftsführer haben Verantwortung

Erste Hinweise von COUNSELOR

 
Der bestellte Geschäftsführer einer Gesellschaft trägt Verantwortung und hat viele Pflichten.
 
Ein paar Gedanken zu der Position eines Geschäftsführers finden Sie im Artikel "Geschäftsführerbestellung - Vorsicht".
 
Vielleicht ist in diesem Zusammenhang ja auch ein Blick auf Abgabefristen und Zahlungstermine interessant, in unserem "Steuer-Terminkalender".
 
Sofern Sie hierzu Fragen haben, sprechen Sie uns gerne an oder klären Sie die Fragen in einem unserer nächsten Beratungstermine.
 
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Zu den gesetzlich vorgeschriebenen Honoraren der Steuerberater finden Sie hier, eine auf unseren Erfahrungen beruhende "Preisübersicht".
 
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